Psychische Störungen

Psychische Störungen

Der Bambus wiegt sich im Wind und biegt sich im Sturm aber er bricht nicht

Den inneren Kompass finden, um wieder Kurs halten zu können

Angstzustände

Abgesehen von der normalen Angst, die uns einfach darauf hinweist, dass reale Gefahr in Verzug ist, gibt es aber auch regelrechte Angstüberflutungen (Panikattacken genannt), deren Auslöser von der betroffenen Person häufig gar nicht mehr identifiziert werden können. Im Unterschied zu der ausufernden Panikstörung gibt es aber auch sehr eingegrenzte Angstzustände, Phobien genannt. Bei den Phobien wird die Angst „nur“ durch bestimmte Umstände, wie die Furcht vor engen Räumen oder großen Menschenansammlungen, ausgelöst. Phobien haben zumindest den Vorteil, dass man sie durch ein bestimmtes Vermeidungsverhalten umgehen kann. Doch wird dadurch der autonome Handlungsspielraum mitunter erheblich eingeschränkt.

Angst kann diffus oder auch sehr konkret sein

Überschattet die Angst das Erleben so weit, dass jegliche Hoffnung auf Besserung schwindet, so verwandelt sich der Affekt: aus Angst wird Depresseion. Man spricht auch von „erworbener Hilflosigkeit“, weil buchstäblich (wenn auch ungewollt) gelernt wurde, die Hoffnung aufzugeben. Depressionen gibt es in unterschiedlicher Ausprägung und Dauer. Häufig löst sich eine depressive Verstimmung auch von alleine wieder auf, aber eben nicht immer. Hat sich nun tatsächlich eine anhaltende depressiogene Entwicklung etabliert, besteht eindeutig Behandlungsbedarf.
Aufgrund der zunehmenden Häufigkeit in der westlichen Welt nehmen Angststörungen und depressiogene Entwicklungen in den offiziellen Klassifikationssystemen für psychische Störungen viel Raum ein.
(Unsägliche Traurigkeit inmitten eines warmen lichtdurchfluteten Zimmers)

Während wir in der Angst noch kämpfen, haben wir in der Depression jegliche Hoffnung aufgegeben (Psychotherapeuten Köln)

Persönlichkeitsstörungen

Gar nicht selten werden wir aber auch gleich zu Beginn unseres Lebens mit dermaßen chaotischen und undurchschaubaren Umständen konfrontiert, die dann entsprechende Angstüberflutungen zur Folge haben, dass der Aufbau der gesamten Persönlichkeit sich gleichsam um die unverarbeitete Angst herum organsieren muß. Den daraus hervorgehenden Kompartimierungen versucht die kognitive Verhaltenstherapie mit dem Konzept der „dysfunktionalen Schema-Modi“ Rechnung zu tragen. Die Tiefenpsychologie geht bei diesen Umgruppierungsaktionen von frühen Abweherprozessen wie „Projektion“ , „Dissoziation“ oder „Spaltung“ aus.

Der durch Bedrohung fragmentierte Seelenhaushalt

Der Begriff der Persönlichkeitsstörung hat leider einen ungewollten entwertenden Beigeschmack. Das ist bedauerlich, da die sogenannten Persönlichkeitsstörungen früher einmal Anpassungsleistungen in Reaktion auf bedrohliche Kontexte waren.

Essstörungen, Autoaggressionen und Süchte

Sehr häufig führt dann die nicht funktionierende Regulation hochschießender Emotionen zu suboptimalen (unzulänglichen) Lösungsversuchen, aus denen dann allmählich Essstörungen, Selbstverletzungen und Süchte hervorgehen können – immer geht es trotz der pathologischen Entgleisung darum, sich irgendwie affektiv runter zu regulieren.

Die Maßlosigkeit und der Tunnelblick der Sucht

In solchen Fällen selbstschädigenden Verhaltens würde man also die dysfunktionalen Selbstbehandlungsversuche als eigenständige Störungen neben den jeweiligen vorgängigen (und verursachenden) Persönlichkeitsstörungen in Form einer Doppeldiagnose erfassen und entsprechend parallel behandeln müssen.

Zwänge

Eine anderer extremer und das Leben mehr störendrer als schützender Versuch, Ängste und starke innere Anspannungen unter Kontrolle zu bekommen, sind starre Rituale, die nicht selten in Zwänge ausufern. Bei Zwangsstörungen geht es oft darum, das innere Chaos und die folglich fehlende innere Ordnung durch ein starres und zwanghaftes aber dafür immerhin unverwüstbares äußeres Ordnungsschema zu kompensieren, nur ist der Mensch dann häufig kaum noch handlungsfähig.

Wenn Ordnung zwanghaft wird

Gelegentlich besteht auch ein innerer Ordnungszwang, der sich durch einen moralischen Purismus auszeichnet und Aggressionen (und bestehen sie auch nur in der Vorstellung) verbietet. Entsprechend der strikten Auschließung aller „Ärger- und Wutgedanken“ verkehrt sich das Ganze oft ins Gegenteil, so dass das die einst verbotenen „bösen Gedanken“ nun exzessiv Einlass in das er-laubte seelische Geschehen begehren: die Geburtsstunde der Zwangsgedanken.

Somatoforme Störungen

Sind bestimmte Gedanken und Konflikte nicht nur unerwünscht, sondern überhaupt noch nie bewußt reflektiert und verbalisiert worden (entweder weil sie zum Zeitpunkt des Geschehens aufgrund der extremen Belastung nicht verarbeitet werden konnten, oder weil wir als Kleinkinder schlicht und einfach der Sprache noch nicht mächtig waren), kommt es unter Vermittlung unserer körpereigenen psycho-neuro-immunolgischen Subsysteme häufig zu körperlichen Funktionsstörungen. Betroffen sein kann jede somatische Funktionseinheit des Organismus. Chronifizierte nicht behobene Funktionsstörungen können aber mit der Zeit nicht nur den Ablauf durcheinander bringen, sondern das organische Substrat selber ernsthaft schädigen.

Psychosomatik: das brüchige Körperselbst

(Zerfallserscheinungen: Wenn unsere seelische Haut  durch schwere [narzißtische] Kränkungen perforiert wird, zerböckelt unser körperliches Selbstempfinden buchstäblich, wie wenn wir in lauter Einzelteile zerlegt würden. Wir spüren uns dann nur noch „teil-weise“: das stechende Herz, der hämmernde Kopfschmerz, der schmerzende Bauch, der sich verkrampfende Reizdarm oder die nicht spürbare linke Körperhälfte usw.)

Feldabhängige Probleme

Eine bestimmte Gruppe von Problemen läßt sich am besten unter Bezug auf das Umfeld bzw. den interaktionellen Kontext eines Menschen thematisieren. Dazu gehören vorrangig Konflikte am Arbeitsplatz (auch Mobbing genannt),  Integrationsprobleme mit Migrationshintegrund wie auch Beziehungs- resp. Familienkrisen (z.B. emotioale Abhängigkeit von einer suchtmittelabhängigen Person, Co-Abhängigkeit genannt).

Ausgrenzung oder: der soziale Tod

Feldabhängigkeit – wir sind alle Teil eines gesellschaftlichen Ganzen. Psychotherapie kann das verloren gegangene Wir-Gefühl wieder vermitteln

Probleme des Übergangs

Schließlich gilt es noch, spezifische Phasenübergänge und Umbruchsituatioenen und die daraus resultierenden Anpassungsprobleme  zu berücksichtigen.  Am  bedeutsamsten  sind   da vielleicht   Verlusterlebnisse  (z.B. der Tod eines geliebten Menschen)  aber auch  Übergangsprobleme beim Älterwerden, wobei die gescheiterte Anpassungsleistung an den neuen Lebensabschnitt auch schon einmal als „Rentenneurose“ bezeichnet wird.

Übergänge – Psychotherapie leistet „Überbrückungshilfe“

„Über-Gänge“: Wenn alte haltgebende Ordnungen aufgegeben werden müssen und neue Sicherheiten noch nicht in Sicht sind

STEFAN GRIMM

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